ihevs:Anwendungsfälle

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Anwendungsfälle

Information Retrieval – Suchen und Finden

Der wichtigste Anwendungsfall für die Metadaten und deren Wertebereiche ist das "Information Retrieval", das heisst das Suchen, Finden, Sortieren und Anzeigen von EPD-Dokumenten. Unter der Annahme, dass in Zukunft in einem Patientendossier eine Vielzahl von Dokumenten verfügbar gemacht werden, muss der Anwender möglichst schnell und einfach jene Dokumente finden, die ihn im Moment interessieren.

Durch passende Filterkriterien wird die Ergebnisliste einer Suche eingegrenzt werden müssen, damit die Bedienbarkeit gegeben ist. Für die Suche nach Informationen ist es unabdingbar, dass alle Akteure und Benutzer des EPD-Systems wissen, nach welchen Begriffen gesucht, gefiltert und sortiert werden kann. Das bedeutet im Umkehrschluss auch, dass diejenigen, die die Dokumente in das EPD einstellen oder dort verfügbar machen, genau diese Begriffe verwenden müssen. Letztendlich ist grundlegende Voraussetzung, dass alle Begriffe von allen auch gleich interpretiert und verstanden werden, sonst wird die suchende Person nicht auf Anhieb fündig. Für das EPD wird aufgrund der Architektur und der Zugriffsberechtigungen auf Dokumente, eine Volltextsuche nur sehr schwierig bzw. zu teuer zu realisieren sein. Die Suche muss darum in erster Linie über die Metadaten und Dokumenttitel realisiert werden.

Referenzen:
[1] Information retrieval pathways for health information exchange in multiple care settings, Am J Manag Care. 2014 Nov;20(11 Spec No. 17):SP494-501.
[2]Frieder, O., Grossman, D., Chowdhury, A., & Frieder, G. (2006). Efficiency Considerations for Scalable Information Retrieval Servers. Journal of Digital Information, 1(5). Retrieved from https://journals.tdl.org/jodi/index.php/jodi/article/view/21/21
[3]Croft, W. B., Metzler, D., & Strohman, T. (2010). Search engines: Information retrieval in practice. Boston: Addison-Wesley.

Storyboard "Hüftgelenkersatz"

Dieses Fallbeispiel dient lediglich der Illustrierung und wurde der CDA-CH Spezifikation entnommen.

Ein 70-jähriger Patient wendet sich wegen belastungsabhängigen Schmerzen im rechten Hüftgelenk, welche schon seit längerer Zeit bestehen, in den vergangenen Monaten aber deutlich zugenommen haben, an seinen Hausarzt.
Aufgrund der Anamnese und des klinischen Status des Patienten stellt der Hausarzt die Verdachtsdiagnose einer Arthrose des rechten Hüftgelenkes als Ursache für die Beschwerden. Der Hausarzt entschliesst sich, den Verdacht durch eine Röntgenuntersuchung des Hüftgelenkes zu bestätigen. Da er selbst keine Röntgenuntersuchungen durchführt, meldet er den Patienten in einem externen Röntgeninstitut mittels eines Auftragsformulars an und vereinbart auch gleich einen Untersuchungstermin. Die Bilder der Untersuchung sowie ein Röntgenbefund mit Beurteilung durch den radiologischen Facharzt werden dem Hausarzt kurz nach Durchführung der Untersuchung zugestellt.

Bei der nächsten Konsultation bespricht der Hausarzt die Situation mit dem Patienten. Es wird gemeinsam entschieden, den Patienten an einen Facharzt für Orthopädie zur Besprechung der Therapieoptionen zu überweisen. Der Hausarzt verfasst einen Überweisungsbericht, welcher den bisherigen Krankheitsverlauf und die Untersuchungsergebnisse umreisst und übermittelt diesen, zusammen mit den Röntgenbildern an die Praxis des Orthopäden.

Nachdem er sich über den radiologischen Befund anhand der übermittelten Röntgenbilder bereits vorgängig orientiert hat, empfiehlt der Orthopäde dem Patienten die operative Sanierung des rechten Hüftgelenkes mittels Implantation einer Hüftgelenks-Endoprothese. Der Patient erklärt sich mit dem Vorschlag einverstanden.

Der Orthopäde informiert den Hausarzt über den Entscheid und bittet ihn, die Spitaleinweisung zu organisieren und die präoperativen Laboruntersuchungen in der Hausarztpraxis durchzuführen.

Kurz vor dem Spitaleintritt hat der Patient einen Termin bei seinem Hausarzt, um die vor der Operation notwendigen Laborwerte bestimmen zu lassen. Die Laborwerte werden vom Hausarzt der Klinik übermittelt, wo sie ins elektronische Patientendossier aufgenommen werden.

Während der Operation stehen dem Orthopäden die Röntgenbilder der Hüfte zur Verfügung. Die Lage der Endoprothese wird intraoperativ mittels C-Bogen kontrolliert. Postoperativ werden in der Klinik erneut Kontroll-Röntgenbilder der Hüfte erstellt. Der Orthopäde dokumentiert den Operationsverlauf und gibt Instruktionen für die weitere Nachbehandlung in einem Operationsbericht. Dem Hausarzt wird eine Kopie dieses Operationsberichtes zugestellt.

Der Patient kann nach einer Woche Spitalaufenthalt in eine stationäre Rehabilitation entlassen werden.

Nach abgeschlossener Rehabilitation des Patienten erstellt die Rehabilitationsklinik ihrerseits einen orientierenden Bericht zuhanden des Hausarztes mit Kopie an den Orthopäden. Die Behandlung wird mit einer Abschusskonsultation beim Hausarzt schliesslich beendet.

Storyboard Mehrere Erkrankungen

De uc 11 web.png

De uc 11 web.png

[Abbildung 1] Storyboard Mehrere Erkrankungen

Hannes Hofer hat zunehmend gesundheitliche Probleme: Er leidet an Übergewicht, Hypertonie und einem Diabetes Typ 2. Kurz nach seiner Pensionierung hatte er einen ersten Herzinfarkt. Sein Hausarzt und die Herzspezialistin sind froh, dass Hannes Hofer ein EPD hat.

So sind sie immer auf dem gleichen Wissensstand. Aufgrund des Diabetes hat Hannes Hofer zusätzlich eine schlecht heilende Wunde am Fuss, die intensiv von der Spitex gepflegt werden muss. Die Mitarbeiterin der Spitex fotografiert die Wunde regelmässig und stellt die Bilder ins EPD.

Der Dermatologe kann so die Wundheilung überwachen, ohne dass jedes Mal eine Konsultation nötig ist.

Mögliche vordefinierte Filter für die Suche

Anfrage nötige Angaben Bemerkungen
Die 20 neusten Dokumente PatientId, Einstelldatum
Letzter Bericht vom Hausarzt PatientId, Einstelldatum, Gesundheitseinrichtung oder Name des Hausarztes, ev. Rolle des Autors
Aktuelle Medikation PatientId, Dokumenttyp
Dokumente vom letzten Jahr PatientId, Erstelldatum
Dokumente von Therapeuten PatientId, Gesundheitseinrichtung oder Rolles des Autors, Fachrichtung der Einrichtung
Operationsbericht vom Hüftgelenksersatz von 2000 PatientId, Dokumenttyp, Art des Eingriffs, Erstelldatum -
Aktueller Notfallpass des Patienten PatientId, Dokumenttyp, Erstelldatum -

[Tabelle 1] Mögliche vordefinierte Filter für die Suche

Abgeleitete Anforderungen

Von Anforderung Beispiel Stand
Allgemein Indices für die Metadaten Achtung: Anforderung an die Implementierung
Filter Damit z.B. eine Gruppe von Dokumenten gefunden werden kann (z.B. alle für einen Notfall relevanten Dokumente) sollten für einen Filter/eine Suche mehrere Kriterien für ein Attribut gemacht werden können (siehe Beispiel, Angabe von mehreren Dokumenttypen die gelistet werden sollen) Beispiel Notfall

Dokumenttyp:

  • 722216001 Emergency medical identification record (record artifact)
  • 371538006 Advance directive report (record artifact)
  • 721912009 Medication summary document (record artifact)
  • ... ev. weitere
Achtung: Anforderung an die Benutzeroberfläche

[Tabelle 2] Abgeleitete Anforderungen aus den Anwendungsfällen

Prozess-Unterstützung durch Metadaten

Ein weiterer Anwendungsfall für Dokument-Metadaten ist die Prozess-Unterstützung. So könnte aufgrund eines bestimmten Dokumententyps (z.B. ‚Laborauftrag’) und Dokumentenformates (z.B. strukturierte XML-Datei) im empfangenden System direkt ein Arbeitsschritt automatisch angestossen werden. Ebenso könnte eine Konsilanfrage direkt in der Arbeitsliste der entsprechenden Experten erscheinen.

Zugriffssteuerung durch Metadaten

Im EPD-Berechtigungskonzept werden nur sehr wenige Dokumenten-Metadaten für die Zugriffssteuerung benutzt. Das wichtigste Metadatum ist der „Confidentiality Code“, der die Vertraulichkeitsstufe eines Dokumentes beschreibt (1). Zudem sind die Angaben zum Patienten relevant. Nicht direkt relevant ist hingegen die Information, wer das Dokument eingestellt hat oder an wen es eventuell adressiert ist. Diese Informationen können zwar zum Teil hilfreiche Hinweise für die Zugriffssteuerung enthalten, werden aber nicht für den endgültigen Entscheid der Freigabe benutzt. So könnte zum Beispiel die Information, an wen eine Konsilanfrage gerichtet wird („intended recipient“) benutzt werden, damit der Patient aufgefordert wird, dieser Person einen Zugriff zu erlauben (2). Eine automatische Berechtigung ohne explizite Einwilligung des Patienten ist jedoch nicht erlaubt.

Abgeleitete Anforderungen

Von Anforderung Bemerkungen mittels Attribut Beispiel Stand
(1) ConfidentialityCode muss die Vertraulichkeitsstufen gemäss EPDG abdecken - DocumentEntry.confidentialityCode Patient möchte ein Dokument "geheim" halten:

confidentialityCode = 1141000195107 Secret (qualifier value)

Umgesetzt
(2) intendedRecipient muss (0 ... *) GLN einer Gesundheitsfachperson enthalten - SubmissionSet.intendedRecipient - Optionalität für die Implementation, Forderung durch BAG in EPDV offen

[Tabelle 3] Abgeleitete Anforderungen Vertraulichkeitsstufen

Monitoring BAG

Abgeleitete Anforderungen

Von Anforderung Bemerkungen mittels Attribut Beispiel Stand
1, 4 Dokumentenklasse - DocumentEntry.classCode Interventionseinträge/-notizen Si-confirm.svg
1,4,5 Typ des Dokuments - DocumentEntry.typeCode Anästhesie-Befund Si-confirm.svg
1 Typ der erfassenden Gesundheitseinrichtung
  1. Spitäler
  2. Alters- und Pflegeheime
  3. Arztpraxen
  4. ambulante Zentren
  5. Spitex-Organisationen
  6. Apotheken
  7. Geburtshaus
  8. Andere Gesundheitseinrichtungen
  9. Patient

DocumentEntry.healthcareFacilityTypeCode

  1. 22232009 Hospital (environment)
  2. 42665001 Nursing home (environment)
  3. 264358009 General practice premises (environement)
  4. 35971002 Ambulatory care site (environment)
  5. 66280005 Private home-based care (environment)
  6. 264372000 Pharmacy (environment)
  7. 91154008 Free-standing birthing center (environment)
  8. 43741000 Site of care (social concept)
  9. 394778007 Client's or patient's home (environment)
  1. Si-confirm.svg
  2. Si-confirm.svg
  3. Si-confirm.svg
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  8. Si-confirm.svg
  9. Si-confirm.svg
1 Autor des Dokuments Angaben zur Person sowie Rolle DocumentEntry.authorRole Apotheker Si-confirm.svg
4 Vertraulichkeitsstufe - DocumentEntry.confidentialityCode geheim Si-confirm.svg
5 Strukturierung des Dokuments - DocumentEntry.formatCode Immunization Content (IC) (CDA Impfdossier) Si-confirm.svg

[Tabelle 4] Abgeleitete Anforderungen Monitoring BAG

  1. Information retrieval pathways for health information exchange in multiple care settings, Am J Manag Care. 2014 Nov;20(11 Spec No. 17):SP494-501
  2. Frieder, O., Grossman, D., Chowdhury, A., & Frieder, G. (2006). Efficiency Considerations for Scalable Information Retrieval Servers. Journal of Digital Information, 1(5). Retrieved from https://journals.tdl.org/jodi/index.php/jodi/article/view/21/21
  3. Croft, W. B., Metzler, D., & Strohman, T. (2010). Search engines: Information retrieval in practice. Boston: Addison-Wesley.


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